… oder auch Budaer Bergland. Das größte Naherholungsgebiet von Budapest liegt etwas nordwestlich der Stadt. Ich hatte mir fest vorgenommen, einmal dorthin zu fahren und gemeinsam mit Kilian startete ich gestern vormittag mit einer vielzahl an Verkehrsmitteln in die verschneite Landschaft.
Leider trügte der morgendliche Sonnenschein und so wurden wir den ganzen Tag über von unangenehmer Kälte und nicht selten auch von eisekaltem Wind und Schnee begleitet.
Der Ausflug begann in der Nähe des Moskva tér. Dort fanden wir nach einigem Suchen das erste von drei Verkehrsmitteln der besonderen Art, die uns durch den Tag fahren sollten: Die Fogaskerekü vasút. Dabei handelt es sich um eine Zahnradbahn, die sich auf den Széchenyi-hegy (= Széchenyi-Berg) hochschraubt. 1874 als weltweit dritte ihrer Art fertiggestellt, wurde sie noch mit Dampf betieben (heute leider nicht mehr).

Die Zahnradbahn fährt in die Station ein.

In der Zahnradbahn
Wir fuhren den ganzen Weg hinauf und wurden dabei ordentlich durchgerüttelt. Oben angekommen ging es dann nur ein paar Meter weiter entfernt mit der Gyermekvasút weiter. Das ist eine Schmalspurbahn, die Kindereisenbahn, die noch aus der sozialistischen Jugendbewegung stammt und 1948 von Pionieren eingerichtet worden war. Noch heute wird sie fast ausschließlich von Kindern bedient.
Am Fahrkartenschalter kauften wir zwei Karten zu je 450 ft (umgerechnet etwa 1,50 EUR) bei einem etwa 10-jährigen äußerst professionell wirkendenen “Bahnanhgestellten” und stiegen dann in den Zug. In schicken Uniformen standen bei der Abfahrt weitere junge Schaffner am Gleis und salutierten. Es war schon amüsant und ein Schmunzeln konnte man sich auch nicht verkneifen, weil es schon putzig war. Unsere Fahrkarten wurden dann in altem Stil von einem etwa 14-jährigen, lispelnden Schaffner mit einer Lochkarte entwertet.

Die Kindereisenbahn

Salutieren bei der Abfahrt
Wir fuhren nicht die ganzen 12km/40min bis nach Hüvösvölgy, sondern stiegen bereits auf dem János-hegy (=Janosch-Berg) aus, um von dort aus einen kleinen Waldspaziergang zum Libegö, einem Sessellift, zu machen. Es war kalt und verschneit, aber schön. Ich hätte nicht gedacht, in diesem Winter nochmal richtig durch den Schnee stapfen zu müssen.
Beinahe hätten wir den Lift nicht gefunden, wir dachten schon uns verlaufen zu haben. Aber wir entdeckten ihn, fanden aber auch noch etwas, den Elisabethturm, dessen Spitze 527m hoch über dem Meeressiegel liegt und damit die höchste Erhebung über dem Budaer Bergland. Da sind wir natürlich hinaufgeklettert. Über zahlreiche Treppenstufen. Oben war es bitterkalt und so windig, dass ich zeitweise Angst hatte, dass meine Brille, meine Kamera oder sogar ich selbst hinuntergeweht werde. Aber die Aussicht war grandios.

Ausblick über Buda auf Pest. In der Mitte des Bildes ist das Parlament zu sehen

Im Wind

Der Elisabethturm - oben drauf Kilian.

Die Ungarische Flagge vom Wind zerfetzt
Nachdem wir den Turm von oben, unten, innen und außen besichtigt hatten, gingen wir hinunter zur Sesselliftstation, kauften Tickets (mussten dann noch über eine halbe Stunde warten, bis der Lift wieder fuhr) und ließen uns dann zwischen Himmel und Erde vom János-hagy hinunterfahren. Unten angekommen fuhren wir mit dem Bus wieder zurück in die Stadt und wärmten uns anschließend in der geheizten Wohnung auf.

Hinunter mit dem Sessellift. Fast wie im Skiurlaub.
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