Eine Woche Budapest ist vorbei, drei Tage davon teilte ich mit Anna. Und die komplette Sightseeingtour (und alles, was sonst noch anfiel) ist natürlich auch in digitaler Bildform festgehalten worden. Insgesamt 883 Bilder haben wir (zusammengerechnet über 3 Tage und 2 Kameras) geschossen. Und ein paar davon sind sogar richtig nett geworden.
Aber eins nach dem anderen…
Am Donnerstag bin ich am Vormittag zur Margareteninsel gefahren, um (trotz des bescheidenen Wetters) ein paar Bilder zu machen und vor allem um das Teleobjektiv zu testen. Ziel war ein Tiergehege, bei dem ich bei meinen beiden (traumatischen) Lauferlebnissen vorbeigekommen war. In diesem Gehege gibt es Enten aller Art, Wild, Ponys, Pfauen und angeblich auch einen Elch, welchen ich allerdings nicht gesehen habe. Und: Die Ungarn scheinen in der Tat keine besonders guten Englischsprecher zu sein. Ein Mädchen in meinem Alter hat mich auf Ungarisch angesprochen, als ich grade ein bisschen fotografierte. Ich habe ihr auf Englisch gesagt, dass ich kein Ungarisch spreche, aber Deutsch und Englisch und Spanisch sprechen könne – und sie hat nur gelächelt und ist weggegangen. Für mich war es kaum zu glauben, dass man heutzutage in einer europäschen Metropole mit etwa zwanzig Jahren so wenig Englisch sprechen kann, dass man nichtmal ei nkleines Anliegen formulieren kann – vielleicht sind die Ungarn deswegen ja eins der traurigsten Völker der Welt.

Margaretenbrücke

Pfau

Nahaufnahme
Nach meinem kleinen Fotoausflug war es dann auch höchste Zeit, einzukaufen und Kuchen zu backen und die Pizza für Abends vorzubereiten. Es sei angemerkt, dass es unmöglich zu sein schien, mit dem ungarischen Speisequark einen Quark-Öl-Teig herzustellen, da der Magyarenquark einfach pupstrocken ist – aber wie ein Wunder gelang mit leckerlockerer Pizzateig, der mit jedem Hefeteig mithalten konnte! Dann holte ich um fünf Uhr Anna vom Keleti Bahnhof ab und nach dem Pizzaessen fuhren wir zur Margaretenbrücke, um die wunderschöne Aussicht bei Nacht zu genießen.

Ich, fotografierend

... und das Foto: Parlamentsgebäude
Dann ging das Vorglühen bei Kili im Wohnzimmer los. Mit acht (oder so) Leuten wurden mehrere Liter Arány Aszok (=Bier, das man in 1,5 Liter-PET-Flaschen kaufen kann), Wein und Wodka vernichtet und dann zum “Equus” gepilgert, der Disco auf dem Campus der Tiermedizinstudenten. Für manche war die Party alkoholbedingt eher kurz (für mich zum Beispiel, allerdings Gott-sei-Dank nur sekündar
) und der Zapfenstreich folgte früher als erwünscht.
Am nächsten Tag gingen Anna und ich (während Kilian sich in der Uni quälte) auf Sightseeingtour. Alles wichtige stand auf dem Plan: Heldenplatz, Stadtwäldchen mit Vajdahunyad Vár (einer Burg, die verschiedene Architekturstile vereint), Anonymus-Denkmal (das Glück für Autoren und Schreiberlinge bescheren soll, wenn sie den Stift in seiner Hand berühren) und Wollschweinfestival! Ohja, wie es der Zufall wollte hatten wir das Glück, grade an dem Wochenende im Stadtwäldchen zu sein, an dem das Festival der Wollscheinzüchter stattfand. Alles rund um das Wollschwein gab es zu sehen: Wollschweinschinken, Wollschweinspeck, Wollschweinwurst, Wollschweinsalami, Wollschwein am Spieß und echte Wollschweine in kleinen Gattern – bis dato hatte ich nichteinmal von der Existenz des Wollschweins gewusst. Aber auch für Nicht-Schweinefans gab es außerordentlich viel zu sehen: Musiker, Kunsthandwerkstände, an denen man Schmuck, Leder, Holzgefäße, Seifen, Kerzen,… kaufen konnte, Buden mit kleinen Snacks, Ponyreiten, einen Falkner mit Falke, einen Mann der mit dem Mund ulkige Geräusche machen konnte und natürlich wiedereinmal unzählige Fotomotive:

Die Burg im Stadtwäldchen

Anonymus-Statue

Wollschweinfestival

Wollschweine

Marzipan am Marzipanstand

Wollschwein aus Süßkram
Nachdem wir den Stadtwald ausgiebig begangen hatten, fuhren wir ein Stück mit der U-Bahnlinie 1, der ältesten U-Bahn auf dem europäischen Festland, und liefen dann zur Szent István-Basilika, die wir von innen und außen besichtigten.
Nach einem Snack in einem Café am Szent István tér (Stephansplatz) ging es dann weiter durch schicke Straßen bis zum Rooseveltplatz und dann über die Kettenbrücke nach Buda. Auch hier gab es wieder einiges zu knipsen und es gelangen uns auch nette Aufnahmen:

Szent István Tér

Blick auf Buda, mit Kettenbrücke

Statue
Blick von der Kettenbrücke aus

Ich auf der Kettenbrücke
Den Weg hinauf zum Burgberg legten wir aus Faulheit und Zeitgründen nicht zu Fuß, sondern mit dem Autobus zurück und genossen dann den wunderschönen Ausblick auf Pest in der Abendsonne von der Fischerbastei aus:

Blick auf Pest

Matthiaskiche und Türme der Bastei

Fischerbastei

Ich und Anna
Langsam aber sicher war es Zeit, den Rückweg anzutreten, weil Dunkelheit und Müdigkeit einbrachen. Den Tag beschlossen wir mit zwei Folgen “Planet Erde” und einem regen Fototausch von Bildern noch aus Wien.
Am nächsten Tag (Samstag) tiegerten wir zuerst zur Großen Markthalle. Markthallen sind in Budapest eine kleine Besonderheit. Bis zum 19. Jahrhundert war der Warenhandel in der Stadt noch recht ungeregelt gewesen. Dann erbaute man fünf riesige Hallen, die sogenannten Markthallen, zum zentralisierten Verkauf der Marktgüter, die noch heute täglich ein Angebot an Brot, Fleisch, Käse und vor allem Obst und Gemüse bieten – zu unschlagbaren Preisen! Im Anschluss daran gabs noch eine kleine Bummeltour entlang der Vaci utca (Vaci Straße), inklusive Essen im Vapiano, mit abschließendem Shopping am Vörösmarty tér.

Markthalle

Große Obst/Gemüse-Auswahl

Ich und Kilian in der Markthalle
So ging dann auch der Samstag langsam zu Ende und gegen zwanzig Uhr brachten wir Anna zum Bahnhof. Neidisch beäugten wir den komfortablen Railjet, den neuen Zug der ÖBB, der jetzt ab und an die Strecke Wien – Budapest befährt, und kehrten dann nach Haus zurück, wo Erholung wartete.
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Verdammt Geile Kamera hast du da Andi!
Kommentar von Tai 9. Februar 2009 @ 19:05